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Segeltörn auf dem IJsselmeer

16. September 2011 - 01:18 Uhr

Hafen am IJsselmeer

Hafen am IJsselmeer

Vergangene Woche fuhr der Jugendkreis CJB Nürnberg Strauchstraße aufs IJsselmeer (Niederlande) zum Segeln. Mit insgesamt 26 Leuten plus einer Skipperin und einem Matrosen waren wir auf einem Zweimaster Schiff Namens Bontekoe unterwegs.

Die Anreise geschah mit den eigenen Autos. Eigentlich fahre ich ja nicht so gerne im Ausland, aber da ich das doch mal ganz interessant fand, hab ich mich dann als Fahrer bereiterklärt.

Vorher war ich noch nicht in Holland, aber es sieht dort genau so aus wie ich es von Bildern kenne:
Alles flach (darum heißt es ja auch Niederlande ;-) ), kleine, unverputzte Backssteinhäuser und überall Windmühlen – verzeihung – Windkraftanlagen. Naja bei dem Wind ist das auch sehr rentabel. Anscheinend produzieren die viel mehr Strom als sie jemals verbrauchen können, denn die Straßenlampen sind den ganzen Tag angeschaltet…

Nur das Autofahren ist gefährlich. Zwar sind die Kreisverkehre (wenn man das so nennen kann) viel übersichtlicher und effizienter gebaut als bei uns – aber dafür die Geschwindigkeitsbegrenzung… 120km/h auf der Autobahn und 80km/h auf der Landstraße. Wenn ich keine Begleitung dabei gehabt hätte, wäre ich sicherlich früher oder später eingeschlafen… (ich wusste doch, warum ich nicht gerne im Ausland unterwegs bin ;-) – aber das nur am Rande.

Als wir auf dem Schiff angekommen waren
, gab es leider gleich die große Enttäuschung. Die Wettervorhersage war sehr schlecht und es stand im Raum, dass wir wahrscheinlich die ganze Woche nicht segeln können, da der Wind zu stark ist.
Am ersten Tag sind wir auf jeden Fall erstmal mit Motorbetrieb nach Enkhuizen geschippert um zu vermeiden, dass wir die ganze Woche im selben Hafen verbringen.

Mit bis zu 30 Leuten (inc. Crew) auf so einem Schiff ist natürlich alles etwas eng.
In der Mitte des Schiffes gab es einen relativ großen Aufenthaltsraum von dem etwas ein Drittel der Höhe über das Deck herausragte. Direkt integriert war die, ebenfalls sehr komfortable, Küche.
Im Gegensatz dazu waren die Kajüten, die vor und hinter dem Aufenthaltsraum verteilt waren, wirklich sehr eng. Wir hatten ein Zweibettzimmer und der Platz zum Stehen war ungefähr nochmal so groß wie die Grundfläche der Stockbetten. Aber es gab Waschbecken auf jedem Zimmer!

Am Buk des Schiffes hatte unser Matrose eine kleine, abgetrennte Kabine mit separatem Eingang, am Heck gab es eine relativ große Behausung für unsere Skipperin. Ebenfalls abgetrennt und mit separatem Eingang.
Das Schiff hat auch eine Website, auf der einige Bilder davon und die Technische Daten zu finden sind: http://www.naupar.de/schiffe/bontekoe/

Bei entsprechend starkem Wind war das Schaukeln gut Wahrnehmbar. Gerade in der ersten Nacht war es extrem. Meine größte Angst war von Anfang an, dass ich das nicht vertrage, aber ich habe es erstaunlich problemlos überstanden. Es ist Gottseidank auch sonst niemandem ernsthaft schlecht geworden.

Die Athmosphäre ist schon recht gemütlich, wenn es draußen stürmt, der Regen herunterprasselt, das Schiff leicht hin- und her schwankt und man innen beim Singen oder Schafkopfen sitzen kann. Naja, ganz dicht war es dann doch nicht und wir mussten den einen oder andere Topf als Regenfänger missbrauchen.

Da wir am Dienstag wegen der Windstärke überhaupt nicht aus dem Hafen von Enkhuizen konnten, war ein etwas längerer Landgang angesagt.
Durch enge Gassen und an eingangs erwähnten kleinen Häusern vorbei. Aufgefallen ist zum einen, dass die alle etwas nach vorne geneigt gebaut und niemand Gardinen an den Fenstern hat.
Man fühlt sich gleich in eine frühere Zeit zurückversetzt in der der Laib Brot noch ein Fünferl gekostet hat und die Gummistiefel noch aus Holz waren. – Apropos Holzschuhe: Die gab’s natürlich auch zu kaufen, wenn auch nicht an jeder Ecke. Aber das sah mir auch irgendwie eher nach Läden für die Touries aus.

Die Leute dort machen einen durchwegs freundlichen Eindruck gemacht. Einige konnten sogar deutsch, ansonsten kommt man auch mit Englisch gut weiter.
Irgendwo haben wir dann auch den Strand gefunden. Aber wie gesagt – das Wetter war sehr schlecht und neblig und so waren wir nur kurz dort.

In Hoorn, wo wir am Mittwoch gelandet sind (leider wieder nur mit Motor), sah die ganze Sache etwas “moderner” aus. Es gab eine richtige Fußgängerzone mit Geschäften rechts und links. Außerdem hatten die dort zwei Kirchen, die wir und gerne angeschaut hätten.
Nunja, die erste hatte leider zu. Öffnungszeiten 8 – 16 Uhr. (Es stand noch irgendwas auf Niederländisch darunter, das wir nicht verstanden haben – wohl irgendwas in der Art: An Sonn- und Feiertagen geschossen… ;-)
Aber gleich um die Ecke gab es noch eine zweite. Die hatte sogar offen, aber das einzige, was es darin zu besichtigen gab, war Kleidung.
Von außen sah es tatsächlich aus wie eine ganz normale Kirche, mit Turm und Kirchenschiff. Innen wurde die aber wohl irgendwann mal zu einer Einkaufspassage umgebaut. Im hinteren Teil gab es dann noch Wohnungen, Büroräume oder sowas.
Ist sehr ungewohnt für unsereins. Na wenn das mal der deutsch Denkmalschutz sehen würde…

Donnerstag konnten wir dann endlich segeln. Wir sind aufs Meer hinaus, haben eine Wende gemacht und sind wieder in Hoorn gelandet. Leider war es etwas regnerisch. Abends hat es aufgelockert und sind wir dann noch in einen Park gegangen um ein paar Spiele zu spielen.
Ich bin dann schon relativ früh ins Bett (früh um halb 1 – die Meisten anderen sind noch aufgeblieben), weil ich am Freitag ja wieder fit für die Heimfahrt sein musste.

Der Freitag war dann noch ein super Abschluss.
Wir konnten den ganzen Weg von Hoorn zurück nach Lelystad segeln und das Wetter war auch einigermaßen OK.
Auf jeden Fall so gut, dass wir an Deck gesessen sind und Lobpreislieder gesungen haben.

Auch wenn wir kaum gesegelt sind, faand ich es trotzdem perfekt. Ich habe es garnicht so sehr vermisst, denn die Erfahrung, fünf Tage auf einem Schiff zu wohnen, war schon spannend genug.
Insgesamt auf jeden Fall eine sehr erholsame und gesegnete Zeit mit guter Gemeinschaft.

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