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Zwei Wochenenden in Frankreich

30. November 2009 - 01:20 Uhr

"Let the sun shine"

"Let the sun shine"

Nach langer Zeit schreibe ich mal wieder. Und das auch noch etwas verspätet.

Das letzte Projekt ist nämlich mittlerweile schon ein paar Wochen her. Wiedereinmal war es Stefan Koschitzki, der mich gefragt hat, ob ich Lust hätte ihn zu unterstützen. Diesmal ging es nach Frankreich, wo wir einen aus ca. 200 Sängerinnen und Sängern bestehenden französischen Chor technisch betreuten.

Insgesamt vier Konzerte wurden aufgeführt. Blotzheim und Freiburg (ja Deutschland!)  am ersten Wochenende und Bischwiller und Sarrebourg am zweiten. Jeweils Samstag und Sonntag.

Am ersten Wochenende war bereits um 4:30 Abfahrt. Das hieß, 3:00h aufstehen. Leider hatte mir mein Rechner mal wieder einen Streich gespielt, sodass ich am Tag zuvor erst viel später ins Bett kam als ich eigentlich wollte. Naja egal.

Unser Transporter, ein Opel Movano, war bereits bereits beladen, sodass wir drei – Stefan, Nero und ich – uns also quasi nur noch hineinsetzten mussten und losfahren konnten. Alle Fahrten verliefen äusserts reibungslos. Kein Stau, kein streikender Transporter… Nunja, ersteres lag wahrscheinlich daran, dass wir zu Zeiten auf der Straße waren zu denen die Meisten anderen Leute schlafen. :)

Die Eingangshalle der Location in Blotzheim

Die Eingangshalle in Blotzheim

Das letzte Stück bis zum Ziel saß ich dann am Steuer. Meine Beifahrer haben mich gebrieft wie man sich auf der Straße in Frankreich zu verhalten hat. Ampeln ohne Gelbphase, Kreisverkehre bei denen man beim Einfahren Links blinkt wenn man an der dritten Ausfahrt raus will… – Ach ja und die Mautpflichtigen Autobahnen. Da gibt’s tatsächlich an jeder Ausfahrt so eine Abfertigungsanlage, die wie ein Grenzübergang aussieht. Uund da sitzen rund um die Uhr Leute, die Gebühren kassieren. Bleibt da überhaupt noch viel übrig, wenn die da ständig Leute sitzen haben müssen? Naja, für mich was ganz neues – komm ja sonst nie im Ausland rum…

Für den Aufbau hatten wir genug Zeit eingeplant, sodass wir uns sowohl mit dem Material als auch mit den Aufbauplänen gut vertraut machen konnten. Nicht ganz so einfach war die Verständigung an diesen Wochenenden. Ich spreche praktisch kein Wort französisch und die Franzosen nicht viel mehr Deutsch und Englisch schon garnicht. Gottseidank hat die ganze Family von Stefans Cousins aus Frankreich mitgeholfen, die alle fließend Deutsch und Französisch sprechen und ggf. übersetzten.

Es war aber doch eine Wohltat, als der Chorleiter Don Grigg (http://dongrigg.weebly.com/) auftauchte und begann mit uns englisch zu sprechen.

Der Aufbau

Der Aufbau

Stefan und ich bei der Arbeit

Stefan und ich bei der Arbeit

Bei den Konzerten war ich dann für das Licht zuständig. Eine ganz neue Erfahrung. Anfangs musste ich mich erstmal in die Pulte zur Lichtsteuerung und die ganzen Möglichkeiten einarbeiten. Stefan hat mich allerdings gut unterstützt, sodass es mit jedem Mal besser wurde.

Im Anschluss durften wir die komplette Technik natürlich wieder abbauen und in den Transporter verfrachten. Jedes Mal hab ich mich wieder gefragt wie das da eigentlich alles reingehen soll – naja, andere Leute spielen Tetris am PC, wir machen das mit einem Transporter und Cases.

Übernachtet haben wir am ersten Wochenende bei der Verwandschaft von Stefan, am zweiten in einem Gemeindehaus. Aber das waren sowieso immer nur 4-5 Stunden und jeden Tag bestimmt 15 Stunden auf den Beinen und dann noch einige im Transporter unterwegs.

Besonders erwähnenswert wäre noch das letzte Konzert. Sonntags begann die Veranstaltung immer schon um 16:00h. Das heißt, wir hatten relativ wenig Zeit zum Aufbau. In Sarrebourg war der Saal im zweiten Stock. Gottseidank gab es aber einen Aufzug. Die zweite Schikane war, dass man die Traversen nicht herunterlassen konnte. Das heißt alle Lampen, ein paar Lautsprecher, Leinwand, Beamer und die Moving Heads mussten mit Hilfe einer Leiter und einem Seil in einige Meter Höhe gezogen und montiert werden. Naja, das hab ich dann größtenteils die sportlicheren unter uns erledigen lassen und in der Zwischenzeit einige Kabel verlegt.

Gerätschaft an der Traverse

Gerätschaft an der Traverse

Super war, dass wir das ganze Tatsächlich ohne großen Zeitverzug geschafft haben – wir waren bis dahin schon sehr gut eingespielt. Weniger gut dagegen, dass der Aufzug wohl irgendwann während des Konzertes seinen Geist aufgegeben hatte. Auf jeden Fall hing er im 1. Stock fest und wir konnten ihn nichtmehr dazu überreden weiterzufahren. Das Ende vom Lied: Wir mussten alles ohne Aufzug hinuntertragen. Da wir genug Leute waren, ging das aber auch zügig vonstatten.

Insgesamt war es wiedermal ein sehr schönes Projekt. Zwar wirklich extrem anstrengend, aber es hat viel Spaß gemacht und war auch sehr lehrreich. Und das Bett ist gleich nochmal so bequem, wenn man am Montag Morgen um 3.00h tot müde nach Hause kommt. :)

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